Spurenanalyse

Für die biostatistische Auswertung von Mischspuren stehen verschiedene Berechnungen wie die RMNE (Random man not excluded)-Methode und die Likelihoodquotientberechnung zur Verfügung. Zusätzlich unterstützen weitere Funktionen wie die Ermittlung des Hauptspurenverursachers oder die Erstellung einer virtuellen Spur die Auswertung.  

 

Hypothesenbildung

GenoProof Mixture 3 ermöglicht eine freie Hypothesenerstellung für die Berechnung des Likelihood Quotienten. Dabei können die Hypothese der Anklage und der Verteidigung abgebildet werden. Bei der Hypothesenbildung kann der Anwender potentielle Spurenverursacher (z.B. Verdächtiger) und bekannte Spurenverursacher (z.B. Opfer) festlegen. Zudem können verschiedene Verursacher von der Anwendung frei kombiniert werden, so dass Hypothesen automatisch gebildet und somit mehrere Hypothesen auf einmal getestet werden können.  

Berechnung des Likelihood-Quotienten

Das Likelihood-Modell vergleicht zwei eindeutige, sich gegenseitig ausschließende Hypothesen (die Hypothese der Anklage und die Hypothese der Verteidigung) und setzt diese ins Verhältnis. GenoProof Mixture 3 berechnet die Wahrscheinlichkeiten aller Hypothesen sowie den Likelihood Quotienten.  

Random man not exluded (RMNE)

Die RMNE-Methode (Random man not exluded) gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass eine zufällig aus der Population gewählte Person als Verursacher der untersuchten DNA nicht ausgeschlossen werden kann. Die Berechnung des RMNE ist unabhängig von der Anzahl der möglichen Spurenverursacher.  

Random match probability (RMP)

Die Berechnung der Random match probability (RMP) ist für unverwandte Fälle und verschiedene Verwandtschaftsfälle möglich. Der RMP gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass ein Verdächtiger zufällig als Spurenverursacher in Frage kommt. Die Berechnung des RMP basiert auf der Genotypfrequenz (unverwandt) bzw. den Wahrscheinlichkeiten für die Übereinstimmung von verschiedenen Anzahlen von Allelen (verwandt).

Berücksichtigung von Dropin- und Dropout-Wahrscheinlichkeiten

GenoProof Mixture 3 ermöglicht die Berücksichtigung von Dropin- und Dropout-Wahrscheinlichkeiten nach ISFG-Empfehlungen (2012) bei der Berechnung des Likelihood Quotienten. Dabei können Wahrscheinlichkeiten für Dropins sowie für hetero- und homozygote Dropouts in GenoProof Mixture 3 eingegeben werden. Alternativ kann in Übereinstimmung mit den früheren ISFG-Empfehlungen (2006) die 2p-Regel zur Berücksichtigung von Allel Dropouts verwendet werden. Dabei prüft GenoProof Mixture 3 automatisch den Dropout-Grenzwert um mögliche Allelausfälle zu identifizieren.  

Berücksichtigung von Subpopulationen

Wenn Spurenverursacher aus derselben Subpopulation stammen, ergibt sich eine geringfügige Abhängigkeit zwischen Allelen aufgrund der gemeinsamen evolutionären Entwicklung. Aus diesem Grund ist in GenoProof Mixture 3 die Berücksichtigung von Subpopulationen mit Hilfe des Theta-Wertes θ für die Berechnung des RMNE (NRCII)  sowie des Likelihood Quotienten (Curran et al., 1999) möglich.  

Identitätswahrscheinlichkeit 

Mit Hilfe der Identitätswahrscheinlichkeit können die Profile der Referenzproben auf Eindeutigkeit bzw. Aussagekraft geprüft werden.

Die Identitätswahrscheinlichkeit gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine versehentliche Verwechslung zweier Personen mit derselben Merkmalskombination ausgeschlossen werden kann. GenoProof Mixture 3 ist in der Lage, die Identitätswahrscheinlichkeit (nach Hummel, 1997) für den Genotyp einer Probe zu ermitteln. Dabei bedient sich das Programm einer umfassenden, integrierten Populationsdatenbank, welche die Allelfrequenzen aller kommerziell genutzten Marker für viele ethnische Gruppen enthält.  

2p-Regel

Werden bei einem homozygoten Genotyp aufgrund der geringen Peakhöhe Allele-Dropouts vermutet, empfiehlt die NRC II die Verwendung der 2p-Regel. GenoProof Mixture 3 unterstützt die Anwendung der 2p-Regel sobald ein einzelnes Allel eines Markers nicht als homozygot markiert wird. Diese Funktionalität kann vom Anwender aktiviert oder deaktiviert werden.   

Ihr Ansprechpartner

Michael Kahr

Director Sales

  +49 351 8838 2808
  m.kahr@qualitype.de

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